AKV
Ausfuhrkreditversicherung

Die private Ausfuhrkreditversicherung gewinnt an Bedeutung, da im Bereich der staatlichen Exportkreditversicherung (Bundesdeckung) zunehmend Risiken zu marktfähigen Risiken erklärt werden, die damit in diesem Bereich nicht mehr absicherbar sind.

Marktfähig und damit nur noch über die private Ausfuhrkreditversicherung absicherbar sind
alle wirtschaftliche und politische Risiken mit privaten und staatlichen Schuldnern in den
Kernländern der OECD mit Kreditlaufzeiten bis maximal 2 Jahre. Diese Definition bezieht
sich auch auf einige den Kernländern der OECD verbundenen Gebiete.
Angesichts der EU-Erweiterung ist eine Ausweitung der Marktfähigkeit zu erwarten.

Zudem kennt die private Ausfuhrkreditversicherung weniger Restriktionen als die staatl. Exportkreditversicherung bezüglich der zu versichernden Risiken; z. B. bindet der OECD- Konsensus die privaten Kreditversicherer nicht, es gibt keine Beschränkung auf den nationalen Ursprung der Erzeugnisse.
Gleichwohl gilt es aber auch hier die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen
(z. B. AWG, Import-/Exportrestriktionen u. ä.) zu beachten. Verstöße in diesen Bereichen können die Rechtsbeständigkeit der Forderung und damit den Versicherungsschutz tangieren.

In der Grundform der Ausfuhrkreditversicherung (Mantelvertrag) erstreckt sich der Versiche-
rungsschutz auf die Absicherung der wirtschaftlichen Risiken bei allen Auslandskunden. Aufgrund der sonstigen Randbedingungen der Ausfuhrkreditversicherung und auch der betrieblichen Gegebenheiten kann der Mantelvertrag in diversen Punkten variiert werden über die Anbietungsgrenze oder z. B. der Einschränkung der Anbietungspflicht. Besondere Deckungsformen wie Fabrikationsrisiko-Deckung können über besondere Klauseln in den Vertrag einbezogen werden.
Die Absicherung der politischen Risiken ist gesondert zu vereinbaren, da dies im Bedingungswerk nicht standardmäßig vorgesehen ist.
Die Zahlungsunfähigkeit des Käufers stellt den Grundschadenfall dar, der mit den entspre-
chenden Unterlagen (z. B. Insolvenzeröffnungbeschluss) nachzuweisen ist, bzw. mit den der jeweiligen Rechtsordnung entsprechenden Unterlagen. Die weiteren Schadenfälle sind der gerichtliche und außergerichtliche Vergleich, die fruchtlose Einzelzwangsvollstreckung sowie die nachgewiesenen ungünstigen Umstände, die eine Vollstreckung aussichtslos erscheinen lassen.
Der Nichtzahlungstatbestand (protracted default) gehört inzwischen zur Standardausstattung eines Vertrages. Je nach Rechtsordnung kann es erforderlich sein, den Schadenfall gesondert für ein Land zu definieren.

Die Absicherung politischer Risiken kann ergänzend vereinbart werden.

Die Prämienberechnungsgrundlage ist vom jeweiligen Anbieter abhängig, kann sich u. U. auch an einer bestehenden Warenkreditversicherung orientieren, bzw. diese um die Mitversicherung der Auslandskunden ergänzt werden.

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